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Farkas Péter: Nehéz esök (Hard Rain), Magvetö, 2013, 156 oldal

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"...das Buch besteht aus sechs apokaliptische Teile. Das erste ist eine U-Bahn Fahrt mit Bezug auf dem John Ford Klassiker Stagecoach und dadurch natürlich auch auf Maupassant. Es passiert eigentlich nichts, jede Sekunde dieses Nichts spricht jedoch davon, dass die Reisegesellschaft ein nicht näher definierte, unaufhaltbare Katastrophe reinrast. Das zweite Teil hat eine ähnliche Dynamik, die balladenhafte Geschichte nähert sich der Apokalypse, derer konkrete Hintergründe nur aus dem Notizenapparat entnehmen kann. Der historische Hintergrund ist die Geschichte von Wildenhagen, ein ehemaliges deutsches Dorf, wo die Mütter ihre Kinder mit sich selbst getötet haben vom Angst vor der heranrückenden Sowjetischen Soldateska. Es geht in dem dritten Teil wieder um Mord aber ohne jegliche Gefühle und durch Verrat. Tatort: Ungarn, der konkrete Ort könnte aber überall sein, wo die kommunistischen Fundamentalisten in dem 20. Jahrhundert das handeln diktierten. Wir sind in dem vierten Kapitel wieder in einem U-Bahn Wagen, fast gleichzeitig aber auf dem Spielfeld des Ego-Shooter Spiels Doom und auf der Abschußstelle des Amokläufer von Winnenden. Der nächste und längste Kapitel eine Art von Anti-Odysse. Die Geschichte läuft auf vier angedeuteten Ebenen: zwischen den Kulissen der Welt von Homer, Joyce und des Michael-Douglas Films Falling-Down - und natürlich in der Welt "unseres Heldes", der zwar Ithaka erreicht aber die Heimkehr doch sabotiert. Wie eigentlich alles in diesem Teil. Das Schlußkapitel ist ohne Notizenapparat. Wir sind irgendwo in der Zeit "nach dem Weltende". Der agierende Hauptheld ist ein Leichenfischer, der die aus dem Fluß herausgezogenen Selbstmörder für die Großstadtverwandte verkauft. Hat er die Blätter der vorhergehenden Geschichte durch Zufall, während des Bootsbau gefunden? Hat er selbst den Notitzenapparat dazu geschrieben? Oder sogar alle Kapitel des Haupttextes? Vielleicht. Er baut allerdings ein anderes Boot, ein sauberes und stoßt dann seinen Leichenkutter tief in dem Fluß hinein. Als er jedoch mit dem sauberen Boot losfährt, dreht sich die Strömung des Flußes und er fliegt mit dem Boot Stadtwärts, woher die Selbstmörder kamnen. Als Retter? Oder um die Alltagsapokalypse fortzusetzen? Die Erzählung wurde in dem ungarischen Klappentext als Prosasymphonie genannt. Es möge so sein. Eine Sache ist jedoch sicher. Der Leser muss sich sicherlich hart anstrengen, einen Zugang zu dem Text zu finden. Wenn er es jedoch schafft, bekommt vielleicht einen anderen, zusätzlichen Zugang auch, zu einer möglichen Variation der zukünftigen Literatur..."

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